2005: Neuartige und innovative
Flaschenreinigungsanlage
Mit dem neuen Flaschenwaschmaschinentyp sank der
Frischwasserverbrauch um 85% von 500ml auf 80ml pro
Flasche. Der Branchendurchschnitt liegt bei 300 ml pro
Flasche. Der Energierverbrauch sank um rund 66%.
Mit einer neuen Konzeption des Reinigungsprozesses für Flaschen und Fässer werden bei Ankerbräu künftig 10.000 Kubikmeter Trink- und ebenso viel Abwasser eingespart. Das für Bayern neuartige Projekt wird vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth fachlich betreut und vom Freistaat als förderfähig eingestuft.
Eine breite Nutzung dieser neuartigen Reinigungskonzeption könnte bei den bayerischen Brauereien zu einer Einsparung von über vier Millionen m³ Trink- und Abwasser pro Jahr führen.
Die Anlage wurde auf der internationalen Brau-Fachmesse in Nürnberg als Novität von der Fachwelt bestaunt. Ankerbräu unterstreicht mit dieser Großinvestition - 14,5 Prozent vom Umsatz - nach dem Bau des Modell Sudhauses zum "sanften Brauen" und dem Einsatz eines ökologischen Blockheizkraftwerkes sein Bemühen, eine der umweltfreundlichsten Brauereien Deutschlands zu werden.
Nachfolgend ein Auszug aus einer Reportage der
Zeitschrift
"DIE PRIVATBRAUEREI" Ausgabe 12/99
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Umweltschonende Innovationen
Momentan arbeitet die Brauerei an einem Wasser-,
Reinigungsmittel- und energiesparendem
Reinigungsprozess, der im folgenden vorgestellt werden
soll:
Die Reinigung von Anlagen und Mehrwegverpackungen
umfasst die Vorspülung, die Reinigungsspülung
sowie die Nachspülung. Zumindest letztere bedarf
Wasser in Trinkwasserqualität, und dies in
großen Mengen. An diesem Punkt setzt ein von der
Ankerbräu neu entwickelter Reinigungsprozess ein,
der das Mischwasser der letzten Reinigungsstufe in zwei
unterschiedliche Ströme aufteilt. Der kleinere
Strom wird in mindesterforderlicher Stärke der
Nachversorgung vorgelagerter Spülstufen
zugeführt, der größere Strom in einer
Aufbereitungsanlage zu Frischwasser in
Trinkwasserqualität regeneriert und wiederum dem
letzten Nachspülvorgang zugeleitet. Dieses Konzept
soll in seiner Endstufe auf die CIP-Anlagen, die
Fassreinigungsanlage sowie auf die
Flaschenreinigungsanlage erstreckt sein.
Zur Realisierung dieses Projektes wurde bislang die
Flaschenreinigungsanlage nach dem einem speziell von
der Ankerbräu entwickelten System von der MAG
Schymansky, Offenbach, gebaut, installiert und ein
Abschlussbericht über die Untersuchungen an der
Anlage vom Lehrstuhl für Energie- und
Umwelttechnik der Lebensmittelindustrie
angefertigt.
Flaschenreinigungsanlage "System Anker"
Die Funktionsweise im Detail (siehe auch Abb. x): Beim letzten Nachspülen werden, laut Untersuchungen vom Lehrstuhl für Energie- und Umwelttechnik, 143,3 ml Wasser (Trinkwasserqualität) pro Flasche zugeführt. Daran können 61,2 ml/Fl. wieder der Aufbereitung zugeführt werden, 82,1 ml/Fl. werden den vorausgehenden Spülstufen zugeführt und müssen dementsprechend wieder durch Trinkwasser "ersetzt" werden. Diese geringen Wassermengen für die Spülungen konnten durch nur jeweils vier neuartige, mit sehr viel weniger Wasser auskommenden Düsen realisiert werden, auf Kegeldüsen konnte verzichtet werden. Der Kaskadenstrom gelang schließlich in die Vorweiche 1. Aufgrund des geringen Kaskadenstromes bestand die Tendenz der Unterkühlung der Vorweichen und der Überhitzung der Spülungen und dadurch eine Gefahr der thermischen Überbeanspruchung der Flaschen. Letztlich wurden als Lösung diese Problems zwei Wärmetauscher eingebaut: Der erste Wärmetauscher transportiert Wärme von Warmwasser 2 zu Vorweiche1 , der zweite Wärmetauscher transportiert Wärme von Lauge 2 zu Vorweiche 2. Die erwärmten Vorweichwässer werden über Spritzungen zurückgeführt.
Insgesamt sehr niedrige Energiewerte
Der durch die geringe Abwassermenge bedingte Wärmeverbrauch wird laut Untersuchungsbericht mit niedrigen 30 kJ/Fl. angegeben. Der durchschnittliche Stromverbrauch beträgt 7,45 kW/Flasche. Die Abwasserverluste betragen ca. 30 Prozent der eingehenden Wärmeströme. Die Strahlungsverluste über die Oberfläche der Maschine betragen ca. 20 Prozent der eingehenden Wärmeströme. Weitere Verluste sind durch Schwaden, Kastenwascher und Flaschen begründet. Die zweifache Rekuperation bewirkt eine deutliche Anhebung der Temperaturen der Vorweichen und der Vorspritzung. Es werden dabei ca. 44,21 kW oder 37,65 Prozent der zugeführten Energieströme umgesetzt.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass dieses Projekt staatlicherseits gefördert wird, schließlich liegt darin ein großes Einsparpotential für alle Brauereien. Und dass dieses Projekt noch lange nicht die Letzte der vielen Neuerungen der Ankebräu in Nördlingen sein wird, dafür stehen die beiden alles hinterfragendenden "Motoren": Brauereichef Wolfgang Koch uns sein Braumeister Georg Fischer.

Umweltbewuste und energieeffiziente Technologien werden bei uns im Hause selber entwickelt